Diesel im Blut und das Herz bei den Rindern: Brückblauer in Piesendorf
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Am Beginn des Oberpinzgaues, im Piesendorfer Ortsteil Walchen, bewirtschaftet Familie Bernsteiner den Brücklbauer. Hermann und Sabine übernahmen die Landwirtschaft vor dreißig Jahren. Nachdem ein großes Brandereignis Ende Juli 1999 den alten Stall vernichtete, zog man nach einer Bauzeit von nur drei Monaten (!) in den neuen Laufstall ein.
Eine hohe Grundfutterqualität ist dem Betriebsführer sehr wichtig. „Die letzten Futteruntersuchungen zeigten einen Rohaschegehalt von rund 60 g/kg TM. Dabei achte ich besonders auf eine Schnitthöhe von rund acht Zentimetern und auf den Zeitpunkt (Anm. Tageszeitpunkt) des Mähens.“ Hermann mischt täglich eine Ration aus Gras- und Maissilage für die 36-köpfige Fleckvieh-Holstein-Herde. Kraft- und Mineralfutter erhalten die Tiere im 2020 installierten Melkroboter. „Seitdem wir das automatische Melksystem haben, ist der persönliche Kontakt zwischen Mensch und Tier intensiver geworden. Bei der täglichen Boxenpflege hat man mehr Zeit zur Tierbeobachtung, um Brunst und andere Auffälligkeiten zu erkennen“, ist sich Hermann sicher. Der Stalldurchschnitt beträgt über 9.500 Kilogramm. Die Trockensteher (40 Tage) bleiben bis zur Abkalbung bei den Laktierenden, damit das Herdenverhalten homogen bleibt. Für hohen Liegekomfort in den Tiefboxen sorgt der Feststoff der Gülleseparation, hergestellt in einer Separator-Gemeinschaft.
Das zweite Standbein sind überbetriebliche landwirtschaftliche Dienstleistungen. 1997 begann Hermann mit dem Pressen und kaufte den ersten Nachsaatstriegel im Pinzgau.
Zweites Standbein
Über die Jahre kamen unter anderem ein 9,4-Meter-Butterfly-Mähwerk und eine Kreiselegge-Saat-Kombination dazu. Seit rund vier Jahren ist Hermann mit dem Rumbo-Jet zur Ampferbekämpfung im Innergebirg unterwegs. Pro Jahr verbringt er rund 1.800 Arbeitsstunden auf seinem Traktor.
„Wir haben damals von meinen Eltern die Landwirtschaft auf stabilen Beinen übernommen, und so wollte ich das für meine Kinder auch. Es freut mich, wenn die Geschichte des Betriebes nahtlos in der nächsten Generation weitergeschrieben wird“, sagt Hermann.
Tochter und zukünftige Hofübernehmerin Alexandra und ihr Mann Florian begannen vor rund vier Jahren mit einer kleinen Direktvermarktung im Selbstbedienungshäuschen. Neben frischen Eiern können sich die Kunden am Milchautomaten frische Produkte direkt am Hof holen
Betriebsspiegel
Betrieb: Fläche: 16 ha mehrmähdiges Grünland, davon 10 ha gepachtet, 3 ha Silomais, Einforstungsrechte bei den Bundesforsten; Vieh: 35 Milchkühe (Holstein, Fleckvieh), 120 Legehühner, 2 Esel, 4 Ziegen
Familie: Hermann (59), Betriebsführer und Lohnunternehmer, landw. Meister; Sabine (64), Bäuerin, gel. Bürokauffrau; Alexandra (29), Angestellte MR Pinzgau; Florian (38), Angestellter; Linus (4)
Adresse: Familie Bernsteiner, Kehlbachgasse 10, 5721 Walchen, Tel. 0664/7873651