Interessante Trends bei den Grassilage-Qualitäten
Entwicklungen der Energie- & Rohproteingehalte
Bei den Energiegehalten liegt der 1. Aufwuchs immer deutlich über den Folgeaufwüchsen. Sehr interessant ist hierbei die gegensätzliche Entwicklung vom 1. Aufwuchs im Vergleich zu den Folgeschnitten von 2019 bis 2023. Sinkende Energiegehalte beim 1. Aufwuchs mit zugleich steigenden Energiegehalten bei den Folgeaufwüchsen. Erst in den letzten beiden Jahren 2024 & 2025 konnte sich der 1. Aufwuchs u.a. durch früheren Schnittzeitpunkt und geringerer Verschmutzung wieder deutlich nach oben absetzen.
Bei den Rohproteingehalten zeigt vor allem der 1. Aufwuchs eine ganz markante Entwicklung. Der drastische Rückgang seit 2018 bis zum Tiefpunkt im Ausnahmejahr 2021 hat sich seither in eine konstante Steigerung der Rohproteingehalte komplett umgewandelt. Mehrere Maßnahmen wie die Optimierung des Pflanzenbestandes, ein rechtzeitiger Schnittzeitpunkt, sowie die bessere Nährstoffversorgung durch optimiertes Düngemanagement zeigen hier die volle Wirkung. Die Folgeaufwüchse können hier mit den Steigerungen des 1. Aufwuchses in den letzten Jahren nicht mithalten. An dieser Stelle sie aber auch gesagt, dass vermutlich viele letzte Schnitte aus Sorge vor horrenden Rohasche- und gleichzeitig miserablen Energiegehalten leider oft nicht analysiert werden. Mehr Analysen dieser „Rohproteinbomben“ vom Herbst würden hier die Säule der Folgeaufwüchse beim Rohproteingehalt deutlich nach oben korrigieren.
Entwicklungen der Gerüstsubstanzen - Trend zu höheren Verdaulichkeiten
Eine hohe Verdaulichkeit von Silagen wird erreicht, wenn die Faseranteile nicht zu hoch ansteigen. Jede Woche späteres Mähen erhöht den Faseranteil, senkt somit die Verdaulichkeit und ebenfalls den Energiegehalt. Der Trend der letzten Jahre geht hier klar zu geringeren Anteilen an schwer verdaulicher Säure-Detergenzien-Faser (ADF) und an unverdaulichem Lignin (ADL). Die Summe an Gerüstsubstanzen (NDF) ist beim 1. Aufwuchs erst in den letzten beiden Jahren deutlich niedriger, bei den Folgeaufwüchsen ist der konstante Rückgang schon seit 2020 festzustellen. Falls sich der Trend auch in Zukunft weiterhin so fortsetzt, sei darauf hingewiesen, dass zu hohe Passageraten - vor allem bei späteren Aufwüchsen in Kombination mit geringen Anteilen Silomais - auch problematisch für die Tiergesundheit und Futterverwertung sein können.
Entwicklungen der Mineralstoffgehalte
Hier zeigen die Diagramme den Verlauf über einen längeren Zeitraum seit 2015. Bei den Mengenelementen fällt neben den konstant leichten Rückgang von Kalzium vor allem der starke Anstieg der Phosphorgehalte über alle Aufwüchse hinweg auf. Gemeinsam mit steigenden Kaliumgehalten beim 1. Aufwuchs deutet dies auf ein intensiveres Düngemanagement vor allem im Frühjahr hin. Gerade bei frühzeitigem Vegetationsbeginn hat das Grünland im Frühjahr mit immer früher ansteigenden Temperaturen auch den höchsten Nährstoffbedarf. Bei den Spurenelementen haben die Folgeaufwüchse durchgehend höhere Gehalte im Vergleich zum 1. Aufwuchs (z.B. bei Zink und Kupfer). Am meisten Freude bereiten jedenfalls die sinkenden Eisengehalte beim 1. Aufwuchs seit dem Jahr 2023, welche sich auch in der Gärqualität durch geringere Buttersäuregehalte widerspiegeln. Leider ist die gute Entwicklung mit sinkenden Eisengehalten bei den Folgeaufwüchsen noch nicht festzustellen. Im Jahr 2024 gab es hier sogar einen traurigen Ausreißer nach oben hin mit durchschnittlich 973 mg Eisen je kg Trockenmasse (TM). Der anzustrebende Zielbereich beim Eisengehalt wäre unter 600 mg je kg TM.
Entwicklung der Gärqualität
Vor allem beim 1. Aufwuchs gelingt es in den letzten Jahren durch immer besseres Siliermanagement deutlich höhere Punkte in der Gärqualität zu erreichen. Seit 2024 verdeutlichen die sinkenden Buttersäuregehalte einmal mehr, dass ein verbessertes Güllemanagement gemeinsam mit geringerer Erdverschmutzung auch die Konzentration von Clostridien in den Silagen spürbar in Schach hält. Dies wirkt sich wiederum sehr positiv auf die Tiergesundheit und Milchqualität aus.
Abschließend gebührt ein großes Dankeschön an Laborleiter DI Gerald Stögmüller und seinem Team vom Futtermittellabor Rosenau für die zur Verfügung gestellten Auswertungen.
Alle untersuchten Parameter der Futtermitteluntersuchungen finden Sie im folgenden Download.
Alle untersuchten Parameter der Futtermitteluntersuchungen finden Sie im folgenden Download.