Stark am Hof: Jungbäuerinnen starten durch
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© LK Salzburg/Mösenbichler
Am Strassergut in Hallwang bekamen die Teilnehmerinnen einen Einblick in den Betriebszweig „Green Care“. © LK Salzburg/Mösenbichler
Das Jungbäuerinnenseminar richtet sich an Frauen, die neu auf einem landwirtschaftlichen Betrieb sind – unabhängig davon, ob sie aus der Landwirtschaft stammen oder als Quereinsteigerinnen ihren Platz am Hof finden möchten. Ziel ist es, Sicherheit, Wissen und Selbstvertrauen für die vielfältigen Aufgaben im bäuerlichen Alltag zu vermitteln.
Breites Wissen für den Alltag am Hof
Die Inhalte des Seminars sind ebenso umfassend wie praxisnah. Pflichtmodule wie Recht für Frauen, Betriebswirtschaft, Agrarpolitik sowie Invekos bilden eine wichtige Grundlage für fundierte Entscheidungen am Betrieb. Ergänzt werden diese durch individuell wählbare Module, die auf Interessen und regionale Schwerpunkte eingehen.
Die Teilnehmerinnen im Flachgau nutzten unter anderem Kurse zur Milch- und Fleischverarbeitung, Homöopathie im Stall sowie kreative Angebote wie Kränze binden. Diese Vielfalt zeigte eindrucksvoll, wie breit das Tätigkeitsfeld von Bäuerinnen heute ist – und wie wichtig entsprechendes Know-how dafür ist. Bei der Abschlussexkursion erhielten die 13 Teilnehmerinnen einen besonderen Einblick in den Betrieb von Jasmin und Hermann Lackner. Neben Reitangeboten ist am Strassergut vor allem der Betriebszweig Green Care und tiergestützte Pädagogik fest verankert.
Jasmin Lackner zeigte anschaulich, wie Tiere gezielt für die tiergestützte Pädagogik vorbereitet und trainiert werden und welche vielfältigen Einsatzmöglichkeiten Therapietiere bieten. Besonders wichtig war ihr dabei eine zentrale Botschaft: Jeder Betrieb bringt eigene Voraussetzungen mit –
und genau mit diesen gilt es zu arbeiten. Investitionen und Entwicklungen entstehen meist Schritt für Schritt und müssen zum Hof und zur eigenen Persönlichkeit passen.
Wahrnehmen, entschleunigen, erleben
Ein besonderes Erlebnis für die Teilnehmerinnen war eine Übung zur bewussten Wahrnehmung: Im Schafgehege durften sie Platz nehmen, ohne die Tiere zu berühren. Ziel war es, die Tiere zunächst mit allen Sinnen zu erleben – sie zu beobachten, zu riechen, ihre Nähe zuzulassen und ihnen Zeit zu geben, selbst Kontakt aufzunehmen. Zum Abschluss überreichte Bezirksbäuerin Nicole Leitner die Teilnahmebestätigungen. Sie selbst absolvierte vor einigen Jahren das Jungbäuerinnenseminar und berichtete von lebenslangen Freundschaften und beruflichen Wegbegleiterinnen, die aus dieser Zeit entstanden sind – ein Beispiel für den nachhaltigen Wert dieser Weiterbildung. Mit 15 Kurseinheiten, einer engagierten Gruppe, viel Neugier und Freude am Lernen ging ein intensives Seminar zu Ende. Das Jungbäuerinnenseminar zeigt eindrucksvoll, wie wichtig Weiterbildung für Frauen in der Landwirtschaft ist – nicht nur fachlich, sondern auch persönlich. Gerade junge Bäuerinnen, die neu in die Landwirtschaft einsteigen, profitieren von diesem Angebot: Sie erhalten Orientierung, Sicherheit und ein starkes Netzwerk. Weiterbildung bedeutet, den eigenen Weg am Hof aktiv mitzugestalten – und ist ein wertvoller Schritt in eine selbstbewusste bäuerliche Zukunft.