Blauzungenvirus nicht auf Eis gelegt
Die Blauzungenkrankheit ist eine Viruserkrankung, die neben Rindern auch Schafe, Ziegen, Lamas, Alpakas und Wildwiederkäuer betrifft. Das Virus wird durch Gnitzen (beißend-saugende Insekten) übertragen. Derzeit sind 36 BTV-Serotypen bekannt, von denen jedoch nur die Serotypen 1 bis 24 laut europäischem Tiergesundheitsgesetz meldepflichtig sind. Österreichweit wurden seit September 2024 zahlreiche Fälle dieser Tierseuche mit den Serotypen 3, 4 und 8 gemeldet.
In Salzburg wurden bisher (Stand 23. Jänner 2026) 71 Ausbrüche detektiert. In den nördlichen Bezirken wurde primär der Serotyp 3 nachgewiesen, in den südlichen Bezirken hingegen der Serotyp 8. Eine Vielzahl der positiv getesteten Tiere zeigte klinische Symptome wie Fieber, Rötungen der Schleimhäute, Hautveränderungen am Flotzmaul und an den Zitzen sowie Aborte. Zudem kam es vereinzelt zu schweren Krankheitsverläufen mit Todesfällen.
Da die Infektionszahlen stark von der Gnitzenaktivität abhängig sind, unterliegen sie saisonalen Schwankungen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es trotz winterlicher Temperaturen zu Neuerkrankungen kommen kann. Es wird vermutet, dass einzelne Gnitzen in Stallungen überleben können. Die Hauptaktivität der Gnitzen liegt im Spätsommer und in diesem Zeitraum werden auch die meisten Ausbrüche beobachtet. Derzeit ist es nicht möglich eine Prognose abzugeben, wie sich die Situation weiterentwickeln wird.
Hohe Impfbereitschaft
In Salzburg waren 85 % der Tiere, bei denen das Virus festgestellt wurde, nicht gegen den nachgewiesenen Serotyp geimpft. Dies zeigt, dass die Impfung gegen die Blauzungenkrankheit einen sehr wirksamen Immunschutz bietet. Darüber hinaus hat die hohe Impfbereitschaft der Salzburger Landwirtinnen und Landwirte entscheidend dazu beigetragen, die Ausbreitung der Tierseuche zu verzögern.
Die Impfung gegen die Blauzungenkrankheit ist nach wie vor die einzige Möglichkeit, Tiere vor schweren Krankheitsverläufen zu schützen. Aufgrund der aktuellen Seuchenlage wird die Impfung gegen den Serotyp 3 sowie die Kombinationsimpfung gegen die Serotypen 4 und 8 empfohlen. Wer den eigenen Bestand impfen möchte, sollte mit der betreuenden Tierärztin bzw. dem betreuenden Tierarzt in Kontakt treten.
Interview mit Tierzuchtdirektor Bruno Deutinger: Der optimale BT-Impfzeitpunkt ist jetzt
Die Veterinärbehörde informiert über die Situation rund um die Blauzungenkrankheit in Salzburg und empfiehlt zu impfen. Wieso ist auch jetzt im Winter Vorsicht geboten?
Die Infektionszahlen sind stark von der Gnitzenaktivität abhängig und schwanken deshalb saisonal. Leider vermutet man, dass trotz winterlicher Temperaturen einzelne Gnitzen überleben können und es dadurch wieder zu Neuerkrankungen kommen kann. Die Veterinärbehörde kann derzeit noch keine Prognose abgeben, wie die Situation in diesem Jahr sein wird.
Was wird den Betrieben derzeit konkret empfohlen?
Aktuelle Auswertungen zeigen, dass die Impfung gegen die Blauzungenkrankheit einen sehr wirksamen Immunschutz bietet. 85 % der betroffenen Tiere in Salzburg waren nicht gegen den nachgewiesenen Serotypen geimpft. Ab jetzt bis zum Frühjahrsaustrieb wäre der optimale Zeitpunkt für die Impfung bzw. für eine Nachimpfung gegen die Blauzungenkrankheit, damit die Tiere für den bevorstehenden Sommer geschützt sind. Allgemein ist es auch stets von Vorteil, wenn sich die Tiere in einem gutem Futterzustand befinden. Die Landwirtinnen und Landwirte sollen sich dabei mit den jeweiligen Hoftierärzten absprechen, wie, wann und ob geimpft wird.